Alter Bahnhof - Rathaus

1860

Wer heute vom alten Bahnhof spricht, meint das Gebäude, in dem sich seit 1878 das Rathaus der Stadt Rosenheim befindet. Doch Rosenheims erster Bahnhof war ein Provisorium, das sich etwa im Bereich der heutigen Luitpoldanlagen befand. Da erst im Mai 1857 die königliche Genehmigung für den Bau eines Bahnhofs in Rosenheim vorlag, aber noch im gleichen Jahr die Strecke München-Rosenheim eröffnet werden sollte, war ein provisorischer Bahnhof nötig geworden. Am 1. November 1857 hätte die Eröffnung stattfinden können, aber nun hatte es sich der König anders überlegt: eine Einweihung sollte erst mit Fertigstellung der Bahnstrecke bis Salzburg erfolgen.
Unabhängig vom Provisorium ging der Bau des eigentlichen Bahnhofs zügig voran, so daß bereits 1858 die Gleisanlagen ihrer Bestimmung übergeben werden konnten. Mit dem westlich vorgelagerten provisorischen, siebengleisigen Bahnhof war die Rosenheimer Gleisanlage - abgesehen von München - die größte an der Maximiliansbahn; der Bahnhof galt als einer der schönsten der bayerischen Staatsbahnen. Allerdings waren mit dem Ausbau des Eisenbahnnetzes die Platzverhältnisse im alten Bahnhof in den 1860er Jahren untragbar geworden. Der Bau eines neuen Bahnhofs an seinem heutigen Standort wurde 1876 beschlossen. Zwei Jahre später konnte bereits die erste Ratssitzung im alten Bahnhofsgebäude, nunmehr Rathaus, stattfinden.

Quelle: Stadtkalender "Bilder aus Alt-Rosenheim", 1995/11

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