März - Das Villenviertel an der Hohenzollernstraße

Um 1900, als Rosenheim einen enormen wirtschaftlichen Aufschwung erlebte, der bis zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs andauerte, entstanden eine Reihe bemerkenswerter Villen und Wohnsiedlungen. Im Viertel zwischen Herbst- und Westermayerstraße wurden zwischen 1908 und 1913 zwölf Villen in einem noch heute nahezu geschlossen erhaltenen Ensemble gebaut. Um 1910 folgten weitere Siedlungen mit villenartigen Wohnhäusern auch in der Hohenzollernstraße, die bis 12. April 1913 die Bezeichnung „Riederweg" führte. Im April 1909 hatte Stadtbaumeister Ferdinand Schlögl hier die Baulinien festgelegt. Wenig später wurde mit dem Bau villenartiger Häuser begonnen. Auftraggeber der Häuser waren vor allem Lehrer und Beamte. So ließ sich auch der Königliche Eisenbahnsekretär Arnulf Rupp nach seiner „unwiderruflichen Anstellung", also der Verbeamtung auf Lebenszeit bei der Güterstation des Bahnhofs, 1912/13 eine zweigeschossige Mietsvilla in der Hohenzollernstraße 44 bauen, die Josef Schrettenseger in dem für ihn typischen Heimatstil plante. Neben Leonhard Hell war Schrettenseger, der ab 1913 auch Vorsitzender des Allgemeinen Gewerbevereins war, einer der am meisten beschäftigten Architekten im damaligen Rosenheim. Das Kalenderbild zeigt die Hohenzollernstraße mit Blick nach Osten um 1915, rechts die „Villa Rupp", links die Villa des Amtsrichters und Rosenheimer Kreisjägermeisters Max Miller mit der Hausnummer 11.