Januar - Rosenheim mit Innbrücke

Ländlich idyllisch präsentiert sich Rosenheim dem Betrachter vom Schloßberg aus gesehen um 1885. Die Silhouette der Stadt ist noch sehr niedrig, nur der Turm der Nikolauskirche ragt deutlich hervor. Da das Kirchenschiff von St. Nikolaus noch nicht erweitert ist, erscheint der Turm verhältnismäßig hoch. Im Erscheinungsbild fehlt jedoch ein anderer Kirchturm, nämlich der Turm der evangelischen Kirche, die erst 1886 gebaut wurde. Zwischen Inn und Mangfall sind Hopfenstangen zu erkennen. Bereits zu Beginn des 19. Jahrhunderts erwähnt eine Beschreibung des Königlich Bayerischen Landgerichts Rosenheim den Hopfenbau, der „wenigst für den Markt selbst von Wichtigkeit" ist. Und ein französischer Reisender, Marcel de Serres, berichtet 1811: „Nach Rosenheim zurückkehrend querte ich die ausgedehnten Hopfengärten. Bei der Durchfahrt glaubte man sich in einem Walde zu befinden." 1885 ist vom Rosenheimer Hopfenbau fast nichts mehr vorhanden. Über den Inn führt noch die 1865 erbaute, erste eiserne Bogenbrücke, die 1913 abgebrochen wurde. Am Innufer erkennt man rechtwinklig zum Fluß stehend das Straßen- und Flußbauamt.