November - Das erste Elektrizitätswerk

Bereits 1893 bot der Besitzer des elektrischen Werkes Grubmühl bei Westerham der Stadt Rosenheim die Lieferung von Strom bzw. später das gesamte Werk zum Kauf an. Nachteilig war jedoch die große Entfernung der Versorgungseinrichtung zur Stadt Rosenheim.
Immerhin gab diese Offerte im Stadtmagistrat den Anstoß zu Überlegungen, ein eigenes Elektrizitätswerk zu bauen.
Auf Vorschlag des damaligen Stadtbaumeisters Georg Mackert sollte dafür die Wasserkraft der Mangfall vom Auslauf des Werkkanals der Kolbermoorer Spinnerei bis zum Mitterwöhr durch Anlage eines eigenen Kanals mit knapp sechs Metern Gefälle ausgenützt werden. Die Turbinenanlage als elektrische Zentrale war am Oberwöhr geplant. Nach Genehmigung durch das Gemeindekollegium 1895 wurde das Projekt dem Münchener Ingenieur Oskar von Miller zur Ausführung übertragen. Bei einem Gesamtkostenbetrag von einer Dreiviertelmillion Mark war Ende des Jahres 1896 der erste Ausbau des elektrischen Werkes Rosenheim vollendet und konnte in Betrieb genommen werden.