Dezember - Die Jubiläumsfeier der Königschule 1927

Das Rosenheimer Schulwesen war in der Mitte des 19. Jahrhunderts von einer eklatanten Raumnot geprägt. Die Schulsäle im alten Inntor und in der ehemaligen Michaelskapelle genügten weder den steigenden Schülerzahlen noch den damaligen Ansprüchen. Der Bau des ersten ausschließlich Schulzwecken dienenden Schulhauses 1866/67 war daher ein herausragendes Ereignis für die Rosenheimer Bürgerschaft. Am 7. Oktober 1867 fand die Einweihung dieses Knabenschulhauses statt, das später – der Lage an der Königstraße wegen – im Volksmund „Königschule“ genannt wurde.

60 Jahre später, am Sonntag, den 9. Oktober 1927, erinnerte man im Rahmen einer großen Feier an die Eröffnung der Königschule. Zum Jubiläum waren die Geburtsjahrgänge 1853 bis 1861 eingeladen, die 1867 als erste die Königschule besuchten, sowie die Jahrgänge 1862 bis 1865. Festleiter des Jubiläums war der Kaufmann Max Zollner. Das Fest begann am Morgen mit einem Empfang der Gäste im Hotel „Deutscher Kaiser“. Hotelier Alois Bach, geboren 1863, gehörte ebenfalls zu den ehemaligen Schülern der Königschule. Danach trat man den Weg zur Loretokapelle an, wo ein Gottesdienst für die verstorbenen Lehrer und Schüler stattfand. Die weiteren Programmpunkte waren ein Frühschoppen mit Konzert im „Deutschen Kaiser“ und am Nachmittag eine „Familien-Unterhaltung“ in der Klosterstube des Gasthofs Stockhammer am Max-Josefs-Platz.

Im Rahmen des Jubiläums reihten sich die ehemaligen Schulkameraden vor dem Portal der Königschule zum Gruppenfoto auf, das das Kalenderblatt zeigt. Die ältesten Herren nahmen auf Stühlen ganz vorne Platz, darunter Max Bram (5. von links), Rosenheims erster Ehrenbürger, neben ihm sein Schwager, der Kunstmühlbesitzer Sebastian Oswald (6. von links), und Kommerzienrat Peter Wolf (4. von links), der Gründer des Eisenwerks Wolf. Festleiter Max Zollner – seinen Hut in der linken Hand haltend – stellte sich in der Bildmitte auf. Alois Bach ist in der letzten Reihe in der Mitte des Türbogens zu erkennen.