Dezember - Max Bram in der Galerie in der ehemaligen Michaelskapelle, 1934

Die Entstehung einer Städtischen Galerie in Rosenheim geht zurück auf die Stiftung des Kunstsammlers Max Bram. 1855 in Pfarrkirchen geboren, war Bram mit seinen Eltern als Kind nach Rosenheim gezogen. Nachdem er in der Rosenheimer Präparandenschule zum Volksschullehrer ausgebildet worden war, unterrichtete Bram in Ingolstadt und München. Hier pflegte er Kontakte mit Künstlern und entwickelte eine Sammelleidenschaft für Kunstwerke der Münchner Schule. Brams Sammlung umfasste um 1900 bereits mehrere Hundert Werke. Als er 1904 von der Gründung eines Kunstvereins in Rosenheim hörte, entschloss er sich, seine Kunstsammlung der Stadt Rosenheim zu überlassen, wobei er zur Bedingung machte, die Sammlung der Öffentlichkeit zugänglich zu machen und außerdem durch weitere Ankäufe zu ergänzen. Nachdem der Stiftungsvertrag im Oktober 1904 unterzeichnet worden war, ernannte die Stadt Rosenheim Max Bram in Anerkennung für seine großzügige Stiftung im April 1905 zu ihrem ersten Ehrenbürger. Bis es zur Einrichtung des von Bram geforderten Kunstmuseums in Rosenheim kam, sollte es jedoch noch fast ein Jahrzehnt dauern.

Als 1911 das Stadtpostamt von seinen bisherigen Räumen in der säkularisierten Michaelskapelle in den Neubau Ludwigsplatz 4 verlegt wurde, bot sich in einem stadteigenen Gebäude die Möglichkeit für den Einbau einer Gemäldegalerie. Ab 1913 konnte so in der ehemaligen Michaelskapelle ein Teil der Bram’schen Sammlung gezeigt werden. Im Obergeschoss des Gebäudes war dafür ein Ausstellungsraum eingerichtet worden, der über große Oberlichten im Dach indirekt belichtet war. Der in Aibling lebende Maler Hermann Urban, ein Freund Brams, hatte die Hängung der Gemälde in Rosenheims erster Galerie übernommen.

Das Kalenderbild entstand 1934 und zeigt Bram in der Gemäldegalerie in der ehemaligen Michaelskapelle. Erst ein Jahr später begann die Stadt Rosenheim den eigentlichen Stiftungszweck, den Bau eines eigenständigen Galeriegebäudes, zu erfüllen. Wenige Wochen nach der Grundsteinlegung für den Neubau der Städtischen Galerie an der Rathausstraße starb Max Bram am 25. Oktober 1935 im Alter von 80 Jahren.