September - Das Hotel „Deutscher Kaiser“

im Gillitzer-Block um 1915 Am 10. September 2013 jährt sich zum 100. Mal der Todestag von Thomas Gillitzer. Der einstige Hotelier, Gutsbesitzer und Bauspekulant gehört zu den herausragenden Persönlichkeiten der Rosenheimer Stadtgeschichte während der sogenannten Gründerzeit. Der Metzger und Gastwirtssohn aus der Oberpfalz war über Anstellungen in mehreren europäischen Ländern in den 1870er Jahren nach München gekommen, wo er als Gastronom sehr erfolgreich war. In den 1890er Jahren zog er mit seiner Familie nach Rosenheim, um sein Vermögen in ein großes Bauprojekt im Stadtkern zu investieren. Der sogenannte Gillitzer-Block umfasste 15 großstädtische Wohn- und Geschäftshäuser, darunter auch das 1897 eröffnete Hotel „Deutscher Kaiser“. Der wirtschaftliche Erfolg von Gillitzers Bauprojekt blieb jedoch hinter den Erwartungen zurück und nach Gillitzers Konkurs 1904 musste der ihm und seiner Ehefrau Rosa verbliebene Besitz versteigert werden.

Das Kalenderbild entstand um 1915 und zeigt den Blick auf die prachtvollen Fassaden des Gillitzer-Blocks an der Prinzregentenstraße, in der Mitte das Hotel „Deutscher Kaiser“. Das Hotel, das über rund 40 Gästezimmer, mehrere Restaurations- und Gesellschaftsräume und als Hauptattraktion über einen großen prunkvollen Fest- und Theatersaal verfügte, wurde von Thomas und Rosa Gillitzer bis 1903 geführt. Fünfmal wechselte in den folgenden fünf Jahren der Eigentümer. Das dem Hotel ursprünglich angegliederte „Bismarck-Bad“ war bereits 1904 geschlossen worden. 1915 übernahm Alois Bach als Pächter das Hotel. Er war dem Haus bereits seit 1897 über das von ihm gegründete und geleitete „Rosenheimer Volkstheater“, das regelmäßig im Hotelsaal spielte, verbunden. 1918, drei Jahre nach Übernahme des Hotelbetriebs konnten Alois und Therese Bach das Hotel erwerben, das sie 1919 in „Hotel Gillitzer“ umbenannten. Die Familie Bach führte das Hotel bis etwa 1940. Nach dem Zweiten Weltkrieg galten die im ehemaligen Hotelsaal untergebrachten „Kaiser-Lichtspiele“ als Rosenheims schönstes Kino. Ende 1973/Anfang 1974 wurden das ehemalige Hotel „Deutscher Kaiser“ und die angrenzenden Gebäude abgebrochen. Heute ist vom Gillitzer-Block nur noch das Haus Münchener Straße 4 erhalten.