Oktober - In der Küche des Duschl-Bräu, um 1905

Schon um 1905, als die Fotografie in der Küche der Brauereiwirtschaft „Zum Duschl“ entstand, hielt man diese Örtlichkeit für ein Relikt aus vergangenen Tagen. Damals wurden auf Initiative von Stadtarchivar Ludwig Eid historische Gebäude zeichnerisch und fotografisch dokumentiert. Bereits 1906 wurde die Küche im Zuge eines Umbaus verändert.
Das Duschl-Anwesen selbst geht mit seinen Vorläufern wohl auf die planmäßige Anlage des Max-Josefs-Platzes im 13. und 14. Jahrhundert zurück. 1656, 15 Jahre nach dem großen Marktbrand von 1641, wird das Anwesen in einem Briefprotokoll als „Schmidthausersche Brandstatt“ erwähnt und 1665 ist hier unter dem damaligen Hausherrn Mathias Obermiller zum ersten Mal der Betrieb einer Brauerei belegt. Ein Gütl mit Bierkeller auf dem Roßacker gehörte schon 1718 zu dem Anwesen. Ein 1728 angelegtes Inventar beschreibt u. a. die damalige Ausstattung der im ersten Obergeschoss der Brauereiwirtschaft gelegenen Küche: „9 große und kleine kupferne Pfannen, 4 kupferne Maßpfannen, 8 eiserne Maßpfannen, 1 eiserner Seier, 2 kupferne Armkessel, 4 kupferne Armhäfen, 2 blecherne Salzkübel, 6 Schaumund Schöpflöffel, 2 Hackmesser, 1 Mörser, 2 Kuchel- und 9 Bratspiße, 1 Speisekasten, 1 Pfeffermühle, 1 1⁄2 Dutzend hölzerne Teller, 1⁄2 Faß Essig.“ In der Wirtsstube selbst befanden sich gut 40 Krüge und etwa gleich viele Paar Messer und Gabeln, womit sich in etwa die Größe des damaligen Gastbetriebs einschätzen lässt.
Ihren Namen erhielt die Brauerei durch Peter Duschl, der das Haus jedoch nur 14 Jahre lang, von 1729 bis 1743, besaß. In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde das zum Marktgraben hin gelegene Rückgebäude in stattlichen Ausmaßen neu erbaut. Zwischen 1906 und 1910 wechselte das Anwesen mehrfach den Besitzer und der Braubetrieb wurde eingestellt. Dann erwarb Lorenz Kloo, bisher Pächter der einstigen Brauereigaststätte, das Anwesen. Er veräußerte das Vorderhaus am Max-Josefs-Platz und verlegte 1922 die Gaststätte von dort ins Rückgebäude. Das Vorderhaus wurde nun als Wohn- und Geschäftshaus genutzt und im Rückgebäude bestand weiterhin eine Gaststätte mit dem Namen „Duschl-Bräu“, die Kloo an den Rosenheimer Gastwirt Vitus Mitterfellner verpachtete. Mitterfellner konnte das Haus 1929 selbst erwerben. Seine Nachkommen betreiben die Gaststätte „Duschl-Bräu“, die 1985/87 nach einem Brand neu aufgebaut wurde, bis heute.

Text: Karl Mair