November - Der Poststall im Gasthof Greiderer

Am 18. März 1812 wurde die Straße von München über Rosenheim nach Salzburg zur Poststraße erhoben und damit auch in Rosenheim ein Poststall errichtet. Der erste Posthalter war der Rosenheimer Gastwirt Jakob Aman, in dessen Gasthof „Alte Post" (heute Kolpinghaus) die Post bis 1850 untergebracht war. 1850 wurde Amann wegen seiner „politischen Gesinnung" die Postexpedition genommen. Nachfolger wurde Seraphin Greiderer, der den Gasthof „Bayerischer Hof" am Max-Josefs-Platz (heute Adlmaier) besaß. Der Inhaber des Poststalls mußte im Winter sechs, im Sommer 12 Pferde und drei Postchaisen unterhalten, da in den Sommermonaten die Post nicht nur dreimal in der Woche, sondern täglich verkehrte. Man unterschied die reitende und die fahrende Post. So war Rosenheim mit München, Salzburg und Innsbruck durch eine fahrende, mit Miesbach nur durch eine reitende Post verbunden. Ab 1839 verkehrten auch die Eilwagen zwischen München und Salzburg nicht mehr nur über Wasserburg, sondern auch über Rosenheim. Eine Fahrt von München nach Rosenheim dauerte fast 12 Stunden und kostete bei freiem Handgepäck 1 Gulden und 36 Kreuzer. Pro Jahr beförderte die Post zwischen München und Salzburg etwa 1.500 Personen durch Rosenheim. Bis 1857 blieb der Poststall im Gasthof von Seraphin Greiderer. Dann wurde mit der Eröffnung der Bahnlinie der alte Poststall aufgelöst und ein eigenes Post- und Bahnamt gegründet.
Das Kalenderbild zeigt den Innenhof mit den Stallungen der Postexpedition Greiderer um 1890.