März - Markt auf dem Ludwigsplatz

Rosenheim teilte sich ursprünglich auf in den inneren und äußeren Markt, der auch Vormarkt genannt wurde. Beide Marktplätze wurden von Toren umfriedet, der innere Markt vom Oberen oder Münchener Tor, vom Heilig-Geist-Tor und vom Mittertor, das auf den äußeren Markt hinausführte. Der äußere Markt wurde vom Wiesen-, Färber- und vom Inntor abgeschlossen. Mit zunehmendem Verkehr zerfiel dieser Vormarkt in verschiedene, kleinere Märkte, den Eiermarkt (heute grüner Markt) in der Mitte, dem Schweinemarkt bei der Färbergasse und dem Köstenmarkt entlang der Hausnummern 28 bis 31, also vom Schuh Reindl bis zum Gietlhaus. Aus diesen Märkten bestand der heutige Ludwigsplatz, der seinen Namen nach König Ludwig I. ca. 1825 erhielt. Bei der Neubezeichnung und Neunumerierung der Straßennamen 1882 wurden die Sonderbezeichungen der einzelnen Märkte in den Ludwigsplatz mit einbezogen.
Der Viktualienmarkt diente der Versorgung der Bevölkerung mit einem Teil der Grundnahrungsmittel und fand jeden Donnerstag und jeden Sonntag nach der Kirche statt. Um 1900 waren ein Magistratsrat und ein Polizeisergeant für die Verwaltung, Aufsicht und die Standgebühren zuständig. Denn gemäß Viktualienmarktsordnung von 1883 mußten für Südfrüchte, Obst, Kartoffel, Gemüse, Blumen, Eier, Geflügel und Fische Platzgebühren bezahlt werden. Auch die Viktualienwaage wurde zur Pacht ausgeschrieben. 1893 erbrachte der Viktualienmarkt für die Stadt einen Ertrag von fast 1.400 Mark. 12 Eier kosteten damals 60 Pfennig, ein Liter Milch 14 Pfennig, ein Huhn eine Mark und ein Liter Weizenbier 30 Pfennig.
Das Kalenderbild zeigt den Viktualienmarkt in der Mitte des Platzes, im Hintergrund sieht man das Kögl- und das Hoegnerhaus.