August - In der Ruedorfferstraße

Ruedorfferstraße 9 lautete ab der Neunumerierung und Neubezeichnung der Straßennamen 1882 das Haus des Schäfflermeisters Christoph Mayer. Bis dahin war die alte Straßenbezeichnung „Methgasse", nach dem Honigwein, der von den Lebzeltern und Wachs-ziehern, die in dieser Gasse wohnten, ausgeschenkt wurde. Mit der Umbenennung wollte man des alten Ratsgeschlechts der Ruedorffer gedenken, das mit Sebastian Ruedorffer, Mitglied des bayerischen Landtags, ausstarb.
Die Methgasse mündete mit dem Haus von Christoph Mayer in den Salzstadel. Schräg gegenüber stand das Rückgebäude der Flötzinger Brauerei, wo sich heute die Stadtbibliothek befindet. Christoph Mayer stammte ursprünglich aus Wasserburg. 1882 heiratete er die Zimmermeisterstochter Anna Hierl. Seinen Namen trug der zwei Jahre später geborene Sohn weiter, da Christoph Mayer bereits mit 34 Jahren am 23. August 1890 starb. Vor dem Haus erkennt man den Holzvorrat und die gelagerten Bandeisenreifen zur Herstellung der Holzfässer. Die Eichendauben wurden etwa eine halbe Stunde lang gekocht und anschließend mit einer Winde oben und unten zusammengezogen. Nachdem die Böden eingebunden waren, wurden die Reifen aufgezogen. Die Zahl der Schäffler oder Binder, wie sie auch genannt wurden, blieb in Rosenheim bis zum Ende des 2. Weltkriegs konstant bei ungefähr 10 Schäfflern - Meister und Gesellen. 1949 gab es in Rosenheim nur noch einen Schäffler, der 1975 ohne Nachfolger seine Arbeit aufgab und in Pension ging.