September - Das Hochwasser von 1899

Die Katastrophe kam über Nacht. Vom 14. auf den 15. September 1899 gingen in ganz Oberbayern Unwetter mit heftigen Regenfällen nieder. Neuschnee auf den Bergen tat ein übriges und ließ Flüsse und Seen über die Ufer treten. In Rosenheim meldete die Lokalzeitung bereits am Donnerstag, den 14. September, daß der Inn im Süden Aising, Pang, Happing und die Gegend beim „Bauern in der Au" überflutet hatte. Am Nachmittag desselben Tages brach der Inndamm und über Nacht stürzten die Wasserfluten auch aus Richtung Fürstätt herein und setzten das ganze Stadtgebiet unter Wasser.
Mehrere Personen ertranken in den Fluten an der Aisinger Landstraße. Der gesamte Eisenbahnverkehr von und nach Rosenheim war wegen einstürzender Bahnbrücken und überspülter Gleise lahmgelegt. Erst im Laufe des 15. September beruhigte sich die Wetterlage etwas. Über Notstege oder mit Booten konnten die Rosenheimer ihre Häuser erreichen und mit den anstehenden Aufräumarbeiten beginnen. Das Kalenderbild zeigt die Innstraße stadtauswärts nach der Mangfallbrücke. Ganz links im Bild erkennt man die Weißbierbrauerei von Christoph Welker in der Innstraße 51 (Pruttinger Hof).