Gillitzerblock

1895

Mit dem wirtschaftlichen Aufschwung der Gründerzeit nach 1870/71 „boomte" die Neubautätigkeit in den größeren Städten; die alte Struktur der Stadtkerne wurde zunehmend aufgelöst und erweitert, das gehobene Bürgertum etablierte sich an der Peripherie. In Rosenheim setzte diese Entwicklung etwas verspätet in den 90iger Jahren des 19. Jahrhunderts ein. 1893 hatte der Münchener Rentier Thomas Gillitzer in Rosenheim ein Grundstückquadrat zwischen Münchener- und Prinzregentenstraße gekauft. Mit dem Bau eines geschlossenen Häuserblockes in diese Fläche setzte Gillitzer für Rosenheim ganz neue städtebauliche Akzente. Zwischen 1894 und 1897 entstanden fünfzehn Wohn- und Geschäftshäuser, die durch Bauweise, Größe und Außenarchitektur bestachen und in jeder damaligen Großstadt hätten stehen können. Im Gegensatz dazu standen die vielen noch ländlich anmutenden Gebäude wie das alte Buchecker-Haus, das 1868 vom Gründer der Bäckerei erbaut wurde, und durch die unmittelbare Nachbarschaft zum Gillitzerblock einen besonders kraßen Gegensatz bildete.

Quelle: Stadtkalender "Bilder aus Alt-Rosenheim", 1996/3

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