Die Gastwirtschaft "Zum Elektrizitätswerk"

1902
Die Gastwirtschaft "Zum Elektrizitätswerk" im Jahr 1902

1862 beantragte der Gastwirt Johann Baptist Jud die Errichtung eines „Oekonomiegebäudes“ zwischen Mangfall und Triftkanal in der Nähe des Oberwöhrs im damaligen Gemeindebereich von Aising. Das neue Gebäude wurde vom Baubureau Simon Lutz, dem „ältesten Baugeschäft am Platze“ geplant. Wann und von welchem Besitzer das Haus in eine Gastwirtschaft umgewandelt wurde, lässt sich aus den historischen Akten nicht mehr nachvollziehen. 1901 war das „ehemals bäuerliche Anwesen Römersberger Gütl“ bereits als Gaststätte „Zum Elektrizitätswerk“ mit einem Gast- und einem Nebenzimmer im Besitz der Stadt, die damals als Modernisierungsmaßnahme eine elektrische Beleuchtung einbauen ließ. Ein Jahr später wollte der damalige Pächter, Sebastian Reiter, auf eigene Kosten eine Sommerhalle, also ein Salettl, anbauen und verhandelte mit dem Magistrat wegen einer Verringerung der Gaststättenpacht im Gegenzug zum Salettlbau. Nach zähen Verhandlungen und Kostenaufstellungen konnte der Sommeranbau endlich durchgeführt werden. 1909 wurde ein Eiskeller für die Lagerung von Getränken, vornehmlich für die Bierlagerung, erbaut.
Im Laufe der Jahre wurden Renovierungen und Modernisierungen immer seltener vorgenommen. 1962 stellte die Stadtverwaltung den Antrag, für umfangreiche Instandhaltungsarbeiten 34.000 Mark zu genehmigen. Daraus entstand die Diskussion, die Gastwirtschaft abzubrechen, um Platz für neue Wohnungen zu schaffen, oder das Gebäude gegen ein Grundstück einzutauschen. Diese Pläne wurden jedoch nicht realisiert. Unter dem Namen „E-Werk-Stüberl“ bestand die Gaststätte weiter. Seit 2004 wird das Gebäude als Bürgerhaus für die angrenzenden Stadtviertel genutzt.
Das Kalenderbild zeigt die Gastwirtschaft mit dem angebauten Salettl im Jahr 1902. Ganz links im Bild ist noch das alte Backhaus des landwirtschaftlichen Betriebs zu sehen, das 1903 abgebrochen wurde.

Quelle: Stadtkalender "Bilder aus Alt-Rosenheim", 2007/9

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