Die Bürstenfabrik von Michael Kögl

1905
Die Kögl`sche Bürstenfabrik in der Luitpoldstraße, 1905

1870 stellte der Rosenheimer Bürstenmacher Michael Kögl den Antrag, an die Schleifmühle des Messerschmiedmeisters Georg Kagerer an der heutigen Luitpoldstraße einen Anbau für eine Bürstenfabrik zu errichten. Dabei wollte er auch die Wasserkraft der Schleifmühle benutzen. Dieser Gebäudebereich befand sich in unmittelbarer Nähe zur Obermühle, die damals Karl Priller besaß, der die Mühle 1859 aus Familienbesitz geerbt hatte. Um 1890 hatte Otto Steinbeiß das Obermühlanwesen übernommen. Heute ist das Gebäude im Verwaltungskomplex der Anton-Kathrein-KG aufgegangen.
Mit dem ersten stadtplanerischen Konzept für Rosenheim, dem Generalbaulinienplan von Professor Theodor Fischer, wurde u.a. ein umfassendes Straßennetz projektiert.
Im Zuge dieser Stadtplanung wurde auch die Luitpoldstraße, die bis dahin nur den Bahnhofskomplex versorgte, weiterausgebaut und bis zur Salinstraße verlängert. Anläßlich dieser neuen Straßenplanung wollte Kögl auch seine Bürstenfabrik erheblich erweitern und reichte einen Bauplan für ein dreigeschossiges Wohn- und Fabrikhaus ein. Damit hätte er aber die festgesetzten Baulinien überbaut und die neue Luitpoldstraße, die mit einer Breite von 12 Metern angelegt war, um einen Meter verringert. Nach zwei Jahren Streit mit dem Stadtmagistrat mußte sich Kögl damit abfinden, daß seine Neubaupläne nicht genehmigt wurden. Die alte Bürstenfabrik führt der Stadtplan von 1904 noch auf. Im neuen Stadtplan von 1911 sind die Fabrik und die Schleifmühle von Georg Kagerer bereits nicht mehr enthalten. Vermutlich wurden beide Gebäude um 1905 abgebrochen und das Gelände von der Firma Steinbeiß aufgekauft.
Das Kalenderbild zeigt rechts das kleine Schleifmühlenanwesen von Georg Kagerer, in der Mitte die Kögl`sche Bürstenfabrik und im Hintergrund die ehemalige Obermühle, die bereits Otto Steinbeiß gehörte.

Quelle: Stadtkalender "Bilder aus Alt-Rosenheim", 2001/7

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