Der Gillitzerblock

1895

Im März 1997 jährt sich zum 100. Mal die Fertigstellung eines der markantesten Bauwerke Rosenheims: des Gillitzerblocks.
Zwischen 1894 und 1897 erwarb der Münchener Geschäftsmann Thomas Gillitzer das Areal zwischen Münchener-, Prinzregenten- und Herzog-Heinrich-Straße. Letztere wurde ihm zu Ehren 1913 in Gillitzerstraße umbenannt. Auf dem Gelände entstanden großzügig angelegte Wohnhäuser mit Läden, dem Hotel „Deutscher Kaiser" und dem Bismarck-Bad. Neu an der Anlage war nicht nur das Ausmaß, sondern auch die Fassaden im Gründerzeitstil und die aufwendige und moderne Innenausstattung. Die Bauten hätten in jeder damaligen Großstadt stehen können. Festzuhalten bleibt auch, daß dieser Großbau nicht von einem Unternehmen durchgeführt wurde, sondern das Werk eines einzelnen Mannes war. Thomas Gillitzer siedelte sich bereits 1883 in der Rosenheimer Gegend an. Er erwarb das Gut Innleiten und erstellte dort umfangreiche Gartenanlagen mit Obstbaum- und Fischzucht. Aber erst 1895 zog Gillitzer endgültig von München nach Rosenheim, nachdem er bereits einen Teil seines Grundstückquadrats an der Münchener-straße gekauft hatte.
Mit dem Bau konnte auch an der Münchenerstraße begonnen werden. Als letzter Bereich des geschlossenen Häuserkomplexes wurde 1897 das Hotel „Deutscher Kaiser" an der Prinzregentenstraße, damals noch Promenadestraße, fertiggestellt. Ein besonderes Glanzstück darin war ein Konzert- und Theatersaal im Stil des Neo-Rokoko. Dem Hotel angeschlossen war das Bismarckbad, in dem besonders erfolgreich Moor- und Kohlensäurebäder angeboten wurden.
Im Kalenderbild zu sehen ist der Block zwischen Prinzregenten- und Gillitzerstraße; architektonische Glanzpunkte setzen das Ecktürmchen des Bismarckbades und der elegante Kuppelbau über dem „Deutschen Kaiser". 1974 wurden beide Gebäude im Rahmen eines Neubaus des Gillitzerblocks abgebrochen.

Quelle: Stadtkalender "Bilder aus Alt-Rosenheim", 1997/3

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