Zum Kneippen ins Kaiserbad

n den kommenden Jahren setzten sich die häufigen Besitzerwechsel fort. Aus einer Versteigerung heraus erwarb Carl Weinberger das „Alte Bad“ im Frühjahr des Jahres 1885 und änderte den Namen in „Kaiserbad“. Damit spielte er auf die Aufenthalte von Wilhelm I. an, obwohl der Kaiser hier stets nur genächtigt, nie jedoch gekurt hatte. Neben der Einführung der werbewirksamen Bezeichnung verbesserte Weinberger die Infrastruktur. So wurden die Quelle und die Wasserleitungen zum Haus tiefergelegt, wodurch mehr Wasser ins Bad geführt werden konnte.

1889 erwarb der bekannte Münchner Architekt und Bauunternehmer Jakob Heilmann das Kaiserbad. Er ließ einen Anbau mit Zierfachwerk und Spitztürmchen errichten und das Bad an die Trinkwasserversorgung anschließen. Heilmann, der sich durch weitere Umbaupläne mit dem Bad einen großen wirtschaftlichen Erfolg erwartet hatte, veräußerte den Betrieb schon nach vier Jahren. 1893 wurde Ferdinand Schweisgut neuer Besitzer. Er modernisierte die Badeabteilung und legte im Park als absolute Innovation einen Tennisplatz an. Mit der geplanten Errichtung von sieben Mietshäusern entlang der Kaiserstraße versuchte sich Schweisgut erfolglos zusätzliche Einnahmequellen zu erschließen.

Das modernisierte Haus zog weiterhin viele Kurgäste an – vor allem in den Sommermonaten. Die Besucherzahlen aus der Blütezeit konnten allerdings nicht mehr erreicht werden. Neben dem Adel präsentierte sich in den Kurorten zunehmend auch das gehobene Bürgertum aus den Städten. Intensiv bewarb das Kaiserbad die gute Bahnanbindung und die idyllische Lage im Inntal. Weiterhin betonte man in Prospekten die vielfältigen Freizeitmöglichkeiten wie das Wandern, Kegeln oder Billardspiel. Auch fanden regelmäßig Konzerte im Garten des Bades statt.

Das medizinische Angebot des Hauses prägte Dr. Friedrich Bernhuber, der 1889 zum ärztlichen Leiter des Kaiserbades berufen wurde und die damals innovativen Kneippschen Wasseranwendungen in Rosenheim einführte. Ergänzend zu den bewährten Warmbädern konnten nun auch Waschungen, Duschen, Abreibungen, Güsse oder Bäder mit kalten Wasser erfolgen. Das Kaiserbad erhielt mit diesem Angebot einen herausragenden Ruf unter den Heilbädern dieser Zeit.

Text: Christina Hartung