Nationalsozialismus plakatiert

Stadtarchiv Rosenheim präsentiert Plakate aus der NS-Zeit

Das Stadtarchiv Rosenheim präsentiert in Zusammenarbeit mit der Städtischen Galerie Plakate aus der NS-Zeit.

Parallel zur aktuellen Ausstellung „vermacht.verfallen.verdrängt“ in der Städtischen Galerie (noch bis 19. November), die die Künstlerszene zur Zeit des „Dritten Reiches“ untersucht, werden bis 24. November 2017 in der Ausstellung „Achtung! Wichtig – Rosenheim auf Plakaten aus der NS-Zeit“ Druckerzeugnisse aus den Beständen des Stadtarchivs Rosenheim in dessen Lesesaal gezeigt.

Tanzende Trachtler, die rechte Hand zum Hitlergruß erhoben; ein Maibaum, dessen Stamm unübersehbar das Hakenkreuz ziert oder der Rosenheimer Marktplatz schwarz-weiß-rot beflaggt – die Bewerbung des Rosenheimer Herbstfests zwischen 1933 und 1937 ist eines der zentralen Themen in der Plakatausstellung. Daneben sind zudem Plakate für Ausstellungen des Rosenheimer Kunstvereins oder auch die rassistisch motivierte Wanderausstellung „Blut und Rasse“ zu sehen. Auf ganz unterschiedliche Weise offenbart jedes der Ausstellungsstücke die vielfältigen gestalterischen Mittel, die die Nationalsozialisten einsetzten, um ihre nationalistisch-rassistischen Vorstellungen im öffentlichen Raum zu verbreiten. Dabei erfanden sie das Rad keinesfalls neu, sondern griffen vielmehr auf bereits bestehende, regional verankerte Themen und Darstellungsformen zurück.

Ausstellungsbegleitend zur Präsentation „vermacht.verfallen.verdrängt“ wurde mit Hilfe von Fördergeldern der Ernst von Siemens Kunststiftung ein umfassender Katalog erstellt, der zahlreiche Fachbeiträge zur Problematik „NS-Kunst“ beinhaltet. Zudem bietet die Galerie wieder ein kulturelles Rahmenprogramm, kunstpädagogische Angebote für Schulklassen sowie Sonderführungen.